Der Percht zu Gast in unserer Härterei

Am 5. Dezember erlebten die Mitarbeiter:innen der HTR GmbH einen besonderen Moment, als  ein Percht durch unsere Hallen zog und damit einen jahrhundertealten Brauch direkt in unseren Arbeitsalltag brachte. Der Besuch sorgte nicht nur für Aufmerksamkeit, sondern vermittelte ein Stück regionaler Identität, das im modernen Industrieumfeld selten unmittelbar erlebbar ist.

Der Perchtenbrauch hat im Alpenraum eine lange Tradition und ist eng mit den sogenannten Raunächten verbunden – zwölf Nächte zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag, in denen laut Volksglauben die Grenze zwischen der sichtbaren Welt und der Welt der Geister besonders durchlässig ist. Perchten sollen in dieser Zeit Schutz bringen, das Böse vertreiben und symbolisch Platz für das neue Jahr schaffen. Ihre markanten Masken, teils furchterregend, teils schön gestaltet, verkörpern sowohl abschreckende als auch schützende Kräfte. Glocken, Schellen und laute Geräusche gehören bewusst dazu: Sie sollen negative Energien und dunkle Einflüsse vertreiben.

 

Diese tief verwurzelte Bedeutung spiegelte sich auch in unserem Besuch wider. Als die schweren Glocken des Perchts aus dem Eingangsbereich dröhnten, entstand eine besondere Atmosphäre – eine Mischung aus Spannung, Überraschung und Respekt vor einer Figur, die weit mehr ist als ein reiner Showeffekt. Der kostümierte Percht bewegte sich mit eindrucksvoller Präsenz und seine kunstvoll geschnitzte Maske – ein zentrales Element des Brauches – war deutlich Ausdruck jahrhundertealter Handwerkskunst.

Die kunstvoll gestaltete Maske sowie die prägnante Geräuschkulisse brachten für einen Moment eine nahezu mystische Stimmung in unser sonst von technischen Abläufen und strukturierten Prozessen geprägtes Umfeld. Diese kurze Unterbrechung des Arbeitsalltags schadete weder der Konzentration noch den Abläufen – im Gegenteil: Sie sorgte für Auflockerung und viele spontane Reaktionen.

 

Der Besuch war ein kurzer, aber intensiver Impuls, der verdeutlichte, wie lebendig regionale Traditionen bis heute geblieben sind und wie stark ihre Wirkung auch in einem industriellen Setting sein kann. Der 5. Dezember hat gezeigt, dass kulturelle Bräuche nicht nur unterhalten, sondern auch verbinden.

 

Wir bedanken uns bei allen Mitarbeitenden für die positive Resonanz und freuen uns darauf, künftig weitere besondere Momente miteinander zu teilen.