Gasnitrieren

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Nitrieren

Nitrieren ist ein thermochemischer Prozess, bei dem Stickstoff in die Oberfläche eines Metallwerkstücks diffundiert, um dessen mechanische und physikalische Eigenschaften zu verbessern. Der Prozess erfolgt in der Regel bei erhöhten Temperaturen in einer stickstoffreichen Atmosphäre. Dabei bildet sich eine harte Nitridschicht auf der Metalloberfläche, die die Verschleißfestigkeit, Härte, Korrosionsbeständigkeit und Ermüdungsfestigkeit des Werkstücks erhöht. Das Nitrieren wird in verschiedenen Branchen eingesetzt, einschließlich der Automobil-, Luft- und Raumfahrt-, Werkzeug- und Maschinenbauindustrie, um die Leistung und Lebensdauer von Komponenten zu verbessern.

Nitrierverfahren

im Vergleich

 

 

Kriterium Gasnitrieren Plasmanitrieren (Ionitrieren) Salzbadnitrieren
Medium Ammoniakgas Niederdruck-Plasma mit Stickstoff Stickstoffhaltige Salzschmelze
Temperaturbereich ca. 500–580 °C ca. 480–580 °C ca. 570–590 °C
Schichtaufbau Verbindungsschicht + Diffusionszone Sehr präzise steuerbar Verbindungsschicht + Diffusionszone
Schichtdicke ca. 0,1–0,7 mm ca. 0,01–0,6 mm ca. 0,01–0,3 mm
Härte (HV) bis ca. 1100 HV bis ca. 1200 HV bis ca. 1000 HV
Verzug / Maßhaltigkeit gering sehr gering gering
Oberflächenqualität leicht aufgeraut sehr glatt glatt, ggf. nachbehandlungsbedürftig
Geeignet für Serienfertigung, großvolumige Teile Komplexe Geometrien, Präzisionsteile Massenkleinteile, Werkzeuge
Steuerbarkeit begrenzt sehr präzise eingeschränkt
Umweltfreundlichkeit mittel hoch niedrig
Typische Anwendungen Zahnräder, Kurbelwellen, Wellen Präzisionsteile, Werkzeuge, Medizintechnik Bolzen, Schrauben, Kleinserien

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Die wichtigsten Infos

zum Nitrieren

  • Was ist Nitrieren?

Nitrieren ist ein thermochemisches Wärmebehandlungsverfahren, bei dem Stickstoff in die Oberfläche eines Metallteils eingebracht wird. Ziel ist die Erhöhung der HärteVerschleißfestigkeit und Korrosionsbeständigkeit des Werkstücks.

 

  • Welche Vorteile bietet das Nitrieren?

- Höhere Oberflächenhärte

- Verbesserter Verschleißschutz

- Gesteigerte Korrosionsbeständigkeit

- Erhöhte Ermüdungsfestigkeit

- Geringer Verzug des Werkstücks durch niedrige Prozesstemperatur

  • Für welche Werkstoffe ist Nitrieren geeignet?

Nitrieren eignet sich besonders für nitrierbare Stähle, die Legierungselemente wie Chrom, Molybdän, Aluminium oder Vanadium enthalten. Auch einige Edelstähle und Gusseisen können behandelt werden.

  • Welche Nitrierverfahren gibt es?

Die drei häufigsten Verfahren sind:

- Gasnitrieren: Stickstoffzufuhr über Ammoniakgas

- Plasmanitrieren (Ionitrieren): Einsatz eines Plasmas zur Stickstoffdiffusion

- Salzbadnitrieren: Behandlung in stickstoffhaltigen Salzschmelzen

  • Wie dick ist die Nitrierschicht?

Die Nitrierschicht kann je nach Werkstoff und Prozess zwischen 10 µm und über 600 µm betragen. Die Tiefe der Diffusionszone wird durch Behandlungszeit, Temperatur und Material beeinflusst.

  • Wird das Bauteil beim Nitrieren verzogen?

Nein – einer der größten Vorteile des Nitrierens ist die minimale Maßänderung. Da der Prozess bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen durchgeführt wird, ist das Risiko von Verzug oder Verformung sehr gering.

  • Wie lange dauert ein Nitrierprozess?

Die Prozessdauer hängt von der gewünschten Schichttiefe, dem Werkstoff und dem gewählten Nitrierverfahren ab. Typischerweise dauert die Behandlung zwischen 10 und 80 Stunden.